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Buchtipp: Familie mal anders

Es lohnt sich allein das Vorwort zum neuen Buch „Familienbande“ der Schweizer Journalistin und Soziologin Christina Caprez zu lesen. Darin wird nämlich schnell klargemacht, dass es heute neben dem klassischen Familienmodell (Mann + Frau + Kinder in einer Wohnung) zig unterschiedliche Arten gibt, seine Kinder grosszuziehen. Nur noch ein Drittel der Schweizer Familien kennen den Vater als alleinigen Ernährer und die Mutter als 100% Hausfrau und Erzieherin. Ja, wir leben in einer „elternreichen Zeit“, nicht mehr in einer „kinderreichen“. Das bedeutet, dass viele Kinder heute mehr als zwei Erwachsene mit Elternfunktion kennen. Zum Beispiel leben rund 1000 Kinder in sogenannten Regenbogenfamilien, haben manchmal zwei (lesbische) Mütter, oder zwei (schwule) Väter und dazu nicht selten noch leibliche Elternteile, die sich ebenfalls um ihr Wohlbefinden sorgen. Oder aber die Kinder wurden adoptiert, leben in einer Wahl- oder Patchworkfamilie, in einem gemeinsam erziehenden Wohnkollektiv, haben einen Transpapa oder eine Teilzeitmama. Alles ist möglich! Die ganze Vielfalt dieser verschiedenen Modelle wird in „Familienbande“ anhand 15 liebevoll geschriebenen Portraits und 3 Experteninterviews spannend und anschaulich geschildert. Zum Beispiel, wie das Schwulenpaar die adoptierte Tochter mit seiner leiblichen Mutter und den Halbgeschwistern bekannt macht, wie 80er-Jahre Aktivistinnen gemeinsam neun Kinder grossziehen oder wie ein Mann mit seinen zwei Partnern seinen leiblichen Sohn in Teilzeit betreut und und und. „Familienbande“ zeigt, dass es gut auch anders als mit dem üblichen Mama-Papa-Duo geht. Und siehe da: So verschieden die Familienmodelle auch sind, alle hadern zuweilen mit denselben Alltagsproblemen.

* „Familienbande“ von Christina Caprez, Limmatverlag, 2012, 38 Fr. ISBN 978-3-85791-672-4, www.books.ch

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