Denken

Achtung: Helicopter-Moms!

Kennt ihr sie auch, diese Mütter, die auf Spielplätzen am liebsten mitten im Sandkasten hocken, sich in jede kleine Schaufelstreitigkeit – selbst wenn ihr eigenes Kind nicht betroffen ist – einmischen und andere Mütter ungefragt mit dämlichen Ernährungs-Gesundheits- und Erziehungstipps belabern? Wir schon. Und wir wollten diesbezüglich schon lange mal was loswerden: Aufhören! Bitte! Oh, wir wissen natürlich, dass ihr es eigentlich gut meint, ihr Helicopter-Moms, die ihr ständig um Eure Kids rummanövriert wie eine Überwachungsdrohne. Dass ihr vor allem versucht, eine gute Mutter zu sein. Und in der Tat: Das seid ihr auch. Aber genau das ist euer Problem. Eure übermotivierte Begeisterung für eure Kinder geht ja leider schon so weit, dass ihr es fertig bringt jedes Thema bei einem gemütlichen Erwachsenenabend auf eure Kids zu lenken. Reden wir über die Banken-Krise, redet ihr davon, wie es euer Max neuerdings wunderbar schafft mit seinen Freunden zu teilen. Reden wir über den neuen Kinofilm „The Words“, redet ihr darüber, welche TV-Regeln ihr für Lena eingeführt habt. Hey, wir haben keine Lust, ständig über unsere Kinder zu reden! Aber verwechselt jetzt bitte nicht Desinteresse mit Vernachlässigung. Natürlich stellen wir den Latte Macchiato auch bei Seite und schiessen von unserer Bank auf, wenn unsere Kinder von der Schaukel fallen. Bevor sie verbluten – versteht sich. Aber wir plädieren sehr dafür, dass Helicopter Moms es endlich mal etwas gelassener angehn. Wie? Ihr könntet euch nächstes Mal auf eine Bank ganz weit weg vom Sandkasten setzen (keine Panik, euer Kind kann nicht abhauen, es sind überall geschlossene Tore und es wird auch keine Schädelfraktur erleiden, denn unter der Schaukel liegen Gummimatten), in der Hand haltet ihr einen Kaffee-Pappbecher und in den Ohren stecken I-Podstöpsel. Ihr hört den Cro-Song „Easy“ im Repeat-Modus – der Text ist zwar etwas bubimässig, aber der Sound ist definitiv ansteckend und macht unglaublich „easy, easy“…

Cros Easy-Song: http://www.youtube.com/watch?v=4wOoLLDXbDY

 

 

Kommentare

Ein Kommentar to “Achtung: Helicopter-Moms!”

  1. Vom abnormalem Frühförderwahnsinn à la „Tigermum“ Amy Chua halte ich, eine Mutter zweier Kinder (6 und 4,5) gar nichts! Kinder sollen, sobald und solange sie es selber wünschen, kindgerecht gefördert werden, keine Frage. Doch sie sollen weder zu etwas gedrängt noch eine übervolle Agenda haben. Schliesslich ist der Grat zwischen Förderung und Überforderung bekanntlich sehr, sehr schmal. Sie sollen in erster Linie an dem, was sie tun und lernen, Freude und Spass haben und vor allem Kind sein dürfen. Dazu gehört in erster Linie spielen, toben, lärmen, lachen, sich schmutzig machen und glücklich sein. Der Druck in der Schule in unserer Leistungsgesellschaf t wird noch früh genug kommen. Genauso wenig halte ich davon, dass überaktive und überängstliche Helikoptermütter über 24/24 Stunden 7/7 Tage über ihren Nachwuchs wachen, diesen überbeschützen und vor allen möglichen Gefahren bewahren (wollen). Solche Eltern erweisen ihren Kindern einen wahren Bärendienst. Natürlich müssen Kinder beschützt und geschützt werden, aber nicht unnötig ÜBER-beschützt! Denn überbehütete, verhätschelte und in Watten gepackte Kinder und Jugendliche, denen stets sämtliche Steine, Hürden und Gefahren aus dem Weg geräumt, Verantwortung, Aufgaben und Entscheide abgenommen und Wünsche erfüllt werden, werden in ihrer gesunden Entwicklung gehemmt und gebremst und kommen später draussen im „wahren Leben“ gefahrenmässig auf die Welt, sind unsicher, unselbständig, ängstlich und verweichlicht – diese Erfahrungen wollen wir unseren Kindern auf jeden Fall ersparen! Es sind oft auch jene, die sich mit 30 im „Hotel Mama“ verwöhnen, gut gehen und auf Kosten der Eltern (h)aushalten lassen… Das kanns ja dann auch nicht sein… Unsere Kinder sollen auf die Schnauze fallen um wieder aufstehen zu lernen. Sie kennen schon länger den Umgang mit Messer und Schere, wissen dass die Herdplatte heiss sein kann und dass es im Strassenverkehr einige wenige Sicherheitsmassnahme n braucht wie das Tragen von Helmen beim Velo-, Likeabike- und Trottinettfahren und korrekt sitzende Gurte und Kindersitze im Auto. Nur so bekommen sie den nötigen Respekt vor Gefahren. Zuhause sind einzig alkoholische Getränke, Putzmittel und Medikamente für die Kinder unerreichbar weggeschlossen, an den Fenstern kindersichere Schlösser angebracht und Steckdosen auf Kniehöhe mit „Stöpseln“ vermacht. Mehr braucht es unserer Meinung nach eigentlich nicht. Zudem tun wir unsere Kinder nicht nonstop bespielen und bespassen. Sie sollen sich auch mal langweilen müssen. Langweile schadet nicht, im Gegenteil! Sie fördert die Fantasie, die Kreativität und die Ideen und regt zum Nachdenken an. Kinder lernen so, mit sich und, falls vorhanden, mit ihren Geschwistern zu spielen und sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Wir sind immer da für sie, wenn sie uns brauchen, lassen aber auch sehr gerne los, wenn sie es wünschen und soweit sind. So begleiten wir unsere Kinder gemäss dem Motto von Maria Montessori „Hilf mir, es selbst zu tun“ durchs Leben. Wir wollen, dass unsere Kinder zu glücklichen, starken, mutigen, anständigen, respektvollen, selbstsicheren und selbstbewussten Erwachsenen heranwachsen – dazu gehört neben einiger wichtiger Vorsichtsmassnahmen, etwas Kontrolle und paar Regeln, viel Vertrauen in sich und seine Kinder, viel Liebe, Wärme, Nähe, Geborgenheit, Zuwendung, Zuneigung, Verständnis, Sicherheit, Geduld, Lockerheit und eine Portion gesunder Menschenverstand seitens der Eltern, aber auch viel Glück und eine Heerschar wachsamer Schutzengel :)!

    Posted by Andrea Mordasini, Bern | 19. April 2013, 22:28

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