Denken

Lass mal gut sein, Mama!

Inspiriert vom Pamphlet für den Gutgenug-Ismus von Michèle Roten im letzten Magazin des „Tages-Anzeiger“, Berner und Basler Zeitung und „Der Bund“, haben wir ihre Aufzählung um ein paar eigene Beispiele aus dem Familienalltag erweitert. Denn es stimmt doch: Wir arbeitenden Mütter machen uns zu oft zu viele Gedanken und plagen uns selbst mit einem schlechtes Gewissen gegenüber dem Kind, dem Partner oder Freunden – allzu oft total unnötig. Denn liessen wir auch mal was gut sein, hätten wir mehr Zeit und Energie für die wirklich wichtigen Dinge. Es muss ja nicht immer alles perfekt sein!

Also sagen wir Euch, also eigentlich uns selbst, mal Folgendes:

_ Es ist nicht minderwertig, einen pfannenfertigen Adventskalender von Lego zu kaufen, anstatt 24 Kleinigkeiten liebevoll und abendfüllend zu verpacken. Tatsache ist ja leider, dass die Kleinen beim stigelisinnigen Aufreissen der Päckchen keinen Gedanken an die fleissige Bastlerin verschwenden.

_ Es ist voll weitsichtig, die Schlieren auf den Fensterscheiben zu ignorieren, wenn die Sonne hineinscheint. Schliesslich scheint die Sonne, also raus!

_ Euer Kind wird nicht automatisch zum Fast-Food-Liebhaber, wenn es ab und an Kartoffelstock oder Tortellini aus dem Beutel und Fertig-Tomatensauce auf die Spaghetti gibt. Schliesslich waren Aromat und Hero-Ravioli zu unserer Eltern Zeiten der letzte Schrei.

_Es ist voll okay, nach Elternabenden schnurstracks nachhause zu gehen anstatt noch mit allen anderen Eltern über die offensichtlichen Schwächen und verborgenen Talente seines Nachwuches zu diskutieren. Für etwas haben wir ja unsere Freunde.

_ Es ist auch okay, mal einfach einen Tag lang mit den Kids in der warmen Stube zu hocken und keinen Fuss vor die Tür zu setzen. Schliesslich gibts ja auch ganz nette Indoor-Spiele, wie zum Beispiel Hüttenbauen. Oder wenigstens was Gutes im Fernseher.

_ Mütter, Euer Kind wird es Euch nicht ein Leben lang nachtragen, dass ihr zuweilen den Laptop der Legoburg oder der Bäbistube vorgezogen habt. Schliesslich seid ihr arbeitende Mütter – und der Computer ist Euer Arbeitsinstrument. Oder habt ihr auch ein schlechtes Gewissen, wenn Ihr vor Euren Kids staubsaugt?

_ Es ist völlig in Ordnung, mal einen Räbeliechtli-Umzug an einem vorbeiziehen zu lassen. Schliesslich habt Ihr zu Halloween bereits einen Kürbis ausgehöhlt. Man muss ja nicht jeden Seich mitmachen!

_ Lasst doch Euren Sohn mit den Badehosen über dem Pijama ins Bett gehen, wenn er das unbedingt möchte. Er schwitzt sich ja einen ab, nicht ihr! Solange er nicht im Winter mit den Flip-Flops in den Kindergarten läuft, ist doch alles in Ordnung.

Diese Liste ist natürlich noch lange nicht vollständig! Uns würde wundernehmen, was für Beispiele ihr noch anzufügen habt aus Eurem Leben. Also los, kommentieren!

 

 

 

 

 

Kommentare

7 Kommentare to “Lass mal gut sein, Mama!”

  1. …und noch was! sind wir mal ehrlich, männer finden die PERFEKTE-HAUSFRAU-SELBSTLOSMAMMA total unsexy…würde ich auch finden! es muss ja nicht gleich schlampig sein. aber ein wenig verrucht und chaotisch…yes!

    Posted by Cati | 30. November 2012, 08:35
  2. Es ist total ok den Weihnachtsbaum von den Kindern schmücken zu lassen…Selber keine einzige kugel in die Hand zu nehmen und in der Zeit friedlich etwas feines kochen! Auch auf die Gefahr das er fast auf eine Seite kippt, weil alle Kugeln einseitig hängen!
    Und ich muss zugeben, dass er toll aussieht … Wie eine Kunstinstalation an der Art Basel !

    Posted by Cati | 29. November 2012, 12:22
  3. Oh, da hätt ich auch noch einen Artikel beizutragen. 🙂

    http://elternplanet.ch/2012/01/die-guten-und-die-schlechten-tage/

    Posted by Elternplanet | 15. November 2012, 12:32
  4. Danke, danke, danke! Jetzt kann ich die Wienerli, dies zum Zmittag gibt heute, ohne schlechtes Gewissen geniessen.

    Posted by Rita Angelone | 15. November 2012, 12:13
  5. Es ist Samstag und Sonntag. Kinder. Und an diesen Tagen SCHLÄFT MAN AUS.
    So. Und nun lasst uns schlafen und geht ins Zimmer spielen. D-A-N-K-E!
    Ja, und es funktioniert. Ah, Hunger? Ja, es habt ne Banane auf der Theke, jahaaa, die dürft ihr einfach so nehmen. Einfach so.. juhuu.. und nun macht schön die Türe zu, es ist Saaaamstahaaag!

    Posted by Frau Rohner | 15. November 2012, 11:54
  6. Ha, das gefällt mir! Ich würde sagen, es ist völlig oke, sich vom Kind zu einem Besuch in der Gelateria überreden lassen und es ist auch völlig oke, dem Kind beizubringen, dass auch Mütter ein Recht auf Pausen haben.

    Posted by Milena | 14. November 2012, 22:59

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