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Blair Koenig sagt: Shut the F*** up, Parents!

Bloggerin STFU ParentsIn der aktuellen Ausgabe der annabelle (5/13) bin ich über eine Dame gestoplert, die mir aus dem Herzen spricht: Die New Yorkerin Blair Koenig (Bild) versammelt und kommentiert auf ihrem Blog STFU Parents (was so viel heisst wie „Shut the Fuck up, Parents!“, was so viel wie alles erklärt) all die Statusmeldungen, Posts und Fotos von über-mitteilungsbedürftigen Eltern auf Facebook, Twitter etc, bei denen man am liebsten weit wegrennen möchte. Sogar, wenn man selber Kids hat, im Gegensatz zur Bloggerin. Ein paar Kostproben gefällig? Da ist zB die eine Mutter, die den angeknabberten Apfel ihrer zweijährigen Tochter soooo süss findet, dass sie ihn zuerst zwei Wochen aufbewahrt – und dann als Tattoo-Sujet unter die Haut stechen lässt! Blair Koenig nennt sie „Sanctimoms“, Mamas, die ihr Kind anbeten, weil es schlicht das schönste und schlaueste der Welt ist. Dann sind da natürlich die Klassiker: Das Bloggen vom ersten Gaggi (jöööööh, wie herzig!), Kötzi, Bisi, Böögli etc des Wonneproppens, damit die Welt das wichtige Ereignis teilen kann. Das Mitteilungsbedürnis kennt wahrlich keine Hemmschwelle. Ganz klar, die Geburt eines Kindes ist ein einschneidendes Ereignis, das man durchaus auch bildlich festhalten möchte, das haben wir ja auch gemacht – aber nur fürs private Fotoalbum und bestimmt nicht für die sozialen Medien! Nein, liebe Overshare-Mommys, eine bluttriefende Plazenta oder das Neugeborene volle Käseschmiere finden Mitmenschen höchstens ekelerregend, lasst euch das von einer Mutter gesagt sein! Äusserst amüsant zu lesen sind übrigens auch die Diskussionen über Babynamen, das Lamentieren über die wirklich harte Arbeit, die eine „Fulltime-Mommy“ leistet (zB. im Gegensatz zu kinderlosen Frauen) oder aber die Hasstiraden der Mamas und Papas, die sich jährlich an Silvester über rücksichtslose Menschen aufregen, die es wagen, knallende Raketen in den Himmel schiessen, OBWOHL IHR BABY SCHLÄFT! Es gäbe noch viele weitere Beispiele, am besten, ihr schaut selbst mal rein. Denn Blair Koenigs Blog ist eine smarte Analyse des Social Media-Phanömens „Parents Overshare“, das übrigens nicht nur in den USA grassiert. Und es tut Eltern manchmal einfach gut, zu lesen, dass andere Eltern noch ganz andere Probleme haben. Oder nicht?

PS: Es gibt übrigens im Internet auch Mütter, die sich nicht allein über ihre Kinder definieren:  http://www.wireltern.ch/artikel/digital-moms-339/

Kommentare

Ein Kommentar to “Blair Koenig sagt: Shut the F*** up, Parents!”

  1. Einmal mehr halt so ein typischer Angriff einer (frustrierten?) Kinderlosen, die wohl entweder zu viel Zeit und/oder tatsächlich keine Probleme hat… Was ist denn mit all den Kinderfreien, die über ihr Leben, ihren Alltag, ihren Job, ihre Sorgen, Nöte und Freuden Beiträge posten und bloggen im Internet? Da motzt doch auch niemand gross rum, oder?! Wer solches Kinderthemenzeugs nicht interessiert, soll es eben nicht lesen und sofort wegklicken. Kann ja doch nicht so schwer sein…! Wo also liegt das Problem? Ich habe auch weder einen Facebook-Account noch bin ich Mamabloggerin, doch stören tun mich solche Statements nicht im Geringsten. Wieso auch? Mich interessiert auch noch lange nicht alles, was andere Eltern und Familien über ihre Kinder zu erzählen und schreiben haben, aber deswegen lästere ich nicht gerade über diese Leute. Umgekehrt gebe ich aber auch nicht gleich jeden „Furz“ preis, egal ob per Internet oder im realen Leben. Besondres vorsichtig bin ich im Worldwideweb mit Fotos, da gibt es gar keine, und mit dem Nennen der Vornamen meiner beiden Kinder. Da bin ich schon der Meinung, dass die (Persönlichkeits)-Rechte der Kinder unbedingt gewahrt werden müssen und man mit dem Veröffentlichen von Fotos und allzu persönlichen Angaben allgemein sehr vorsichtig sein muss! Aber gleich so aggressiv auffahren, weil es eben Eltern gibt, dies anders handhaben?! Mit etwas mehr „Leben und leben lassen“, etwas weniger Vorurteilen, dafür etwas mehr Mit- und Füreinander statt Gegeneinander, gegenseitiger Toleranz, Akzeptanz, Verständnis und Lockerheit würden sich solche Diskussionen und Anfeindungen nämlich erübrigen… 😉

    Posted by Andrea Mordasini, Bern | 19. April 2013, 22:01

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